Die Geschichte des Arbeitsschutzes

Die Geschichte des Arbeitsschutzes

Für die Sicherheit am Arbeitsplatz werden dem Arbeitsschutz sowie der Unfallverhütung heutzutage ein hoher Stellenwert zugeordnet. Doch so selbstverständlich das Thema heute im Berufsalltag ist, so war es nicht immer. Die Geschichte des Arbeitsschutzes geht auf die Industriealisierung zurück. 

Blicken wir in die Fabriken Ende des 19. Jahrhunderts - hier mussten Lohnarbeiter meist unter katastrophalen Bedingungen ihre tägliche Arbeit verrichten. Der Unmut war groß und das Streben auf Verbesserung begann zu diesen Zeiten. 

Hier lesen Sie im Detail die Geschichte zum Arbeitsschutz

1815-1880: Industrielle Revolution

Der technische Fortschritt wuchs und brachte auch bei den Arbeitsbedingungen Erleichterung. Durch Erfindungen wie der Dampfmaschine oder dem automatischen Webstuhl erleichtern die Arbeitsschritte. Immer mehr Arbeitsprozesse fanden nun maschinell statt, wodurch auch ungelernte Arbeiter und Kinder in den Fabriken eingestellt wurden. 

Trotz der Arbeitserleichterung waren die sonstigen Arbeitsbedingungen katastrophal: Die Arbeit an den Maschinen war gefährlich und Unfälle häuften sich. Gerade ungelernte Arbeiter und Kinder waren hier besonders gefährdet. Bei einer Verletzung und daraus resultierender Arbeitspause verlor der Betroffene sein Einkommen und somit seine Sicherung zum Überleben.

Im Jahr 1839 wird die Kinderarbeit eingeschränkt. Bis zum neunten Lebensjahr war die Arbeit für die ganz Kleinen verboten. Kinder bis zum 16. Lebensjahr durften fortan nicht mehr als zehn Stunden arbeiten. Sonn- und Feiertagsarbeit wurde ebenfalls untersagt.

1881-1889: Bismarcks Sozialgesetzgebung 

1883 verabschiedet der Reichstag das "Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter". Darin geregelt sind Krankengeld, ärztliche Behandlung, Krankenhaus, Sterbegeld und Mutterschaftshilfe. Ein Jahr später wird das "Unfallversicherungsgesetz" verabschiedet. Träger des Gesetzes sind die neu gegründeten Berufsgenossenschaften

1890-1918: Kaiser Wilhelm II. und der 1. Weltkrieg

Kaiser Wilhelm II will den Arbeitsschutz noch weiter vorantreiben, Bismarck lehnt dies aber zunächst ab. Erst 1891 wird das "Arbeiterschutzgesetz" verabschiedet. Unternehmen wurden nun mehr in die Pflicht genommen, Unfall- und Gesundheitsgefahren zu minimieren. Eine staatliche Gewerbeaufsicht sorgte für die korrekte Umsetzung und die Überwachung.  

Im 1. Weltkrieg tritt der Arbeitsschutz komplett außer Kraft. Kinder, Frauen und Jugendliche mussten Doppelschichten mit 12 Stunden Arbeitszeit absolvieren. Auch die Sonntagsarbeit wurde wieder eingeführt. Erst nach Kriegsende wurde der Arbeitsschutz wieder eingeführt und auch gleich verschärft.

1918-1933: Weimarer Republik

Der Rat der Volksbeauftragen (Mitglieder aus SPD und USPD) folgten den Forderungen der Arbeiterbewegung und führten die Achtstundentage ein.

1933-1945: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

1933 wird die Deutsche Arbeitsfront (DAF) gegründet, die fortan die Gewerkschaften ersetzte. Die DAF sorgte für eine gute Belüftung und Beleuchtung der Arbeitsplätze, den Ausbau von Sportplätzen und Kantinen sowie für die Verbesserung des Mutterschutzes. Auch der Urlaub wurde von drei auf sechs Tage im Jahr verlängert.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Arbeitsschutz jedoch erneut außer Kraft gesetzt. Erst nach Kriegsende wurde das Gesetz wieder eingeführt und reformiert.

Ab 1949: Gründung der Bundesrepublik

Stetige Weiterentwicklung des Arbeitsschutzes. 1974 Verabschiedung des Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG). Durch dieses Gesetzt waren die Betriebe nun dazu verpflichtet, Betriebsärzte einzustellen sowie Fachkräfte zur Arbeitssicherheit als Berater für die betriebliche Sicherheit heranzuziehen. 

Seit 1985 wird der deutsche Arbeitsschutz europäisch geregelt.

Am 7. August 1996 tritt das Arbeitsschutzgesetz in Kraft. Arbeitgeber müssen dafür Sorge tragen, dass ihre Beschäftigten von Chemikalien, Krankheitserregern, Gefahrstoffen, Lärm, schweren Maschinen, technischen Arbeitsmitteln und anderen Gefahren geschützt sind.

Seit September 2013 sind auch psychische Belastungen, die am Arbeitsplatz auftreten können, im Arbeitsschutzgesetz verankert.