Arbeitsschutzgesetz und Pausen: Die Pausenregelung

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Arbeitsschutzgesetz Pausen

Zum Arbeitsschutz gehören nicht nur das sichere und unfallverhütende Arbeiten, sondern auch die Pausen-, Erholungs-- und Ruhezeiten. Diese stehen jedem Arbeitnehmer per Gesetz zu. Je nach Arbeits- oder Tarifvertrag kann es zudem sein, dass im Sinne des Arbeitsschutzgesetz dem Arbeitnehmer vermehrte Pausen gewährt werden. Sollten Sie sich unsicher sein, welche Ruhephasen und Pausen Ihnen zustehen, so werfen Sie einen Blick in Ihren Arbeitsvertrag.  

Pausen

Die Pausen im Arbeitsschutz sind gesetzlich im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) geregelt. In § 4 heißt es, dass nach mehr als 6 Stunden Arbeitszeit eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde einzulegen ist.

Diese Pause von der Arbeitszeit kann der Arbeitnehmer auch durch zwei Pausen von je 15 Minuten ersetzen. Generell gilt, dass die Zeit der Pausen nicht als Arbeitszeit gilt. Daher kann der Arbeitgeber in den Pausen keine Tätigkeiten an den Arbeitnehmer übertragen.

Wie die Pausen gelegt werden müssen, schreibt das Arbeitszeitgesetz nicht vor. Hier hat jedoch, sofern im Unternehmen vorhanden, der Betriebsrat Mitspracherecht. 

In Betrieben und Unternehmen, die mehr als zehn Mitarbeiter aufweisen, muss zudem ein gut erreichbarer Pausenraum vorhanden sein, in dem die Mitarbeiter Ihre Pausen verbringen können.

Anders sieht die Pausenregelung vom Arbeitsschutzgesetz in Schicht- und Verkehrsbetrieben aus. Hier kann die Gesamtdauer der Pausen auf "Kurzpausen von angemessener Dauer" aufgeteilt werden. Ist dies der Fall, so zählen diese Pausen zur Arbeitszeit und sind dementsprechend zu vergüten. 

Ruhezeiten

Ebenso im Arbeitsschutzgesetz geregelt sind neben den Pausen die Ruhezeiten. Hier schreibt der Gesetzgeber vor, dass allen Arbeitnehmern nach Beendigung der Arbeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zusteht.

Das Verkehrs- und Gaststättengewerbe bildet hier die Ausnahme aller Branchen: Hier ist es möglich, die Ruhezeit auf 10 Stunden herabzusetzen, wenn  durch Verlängerungen der Ruhezeiten ein Ausgleich geschaffen wird. Dies muss innerhalb von einem Monat oder von vier Wochen geschehen.

Eine weitere Ausnahme: Sofern im Tarifvertrag festgelegt, kann eine Reduzierung der Ruhezeit auf 9 Stunden verbindlich sein, sofern ein Ausgleich innerhalb eines frei festzulegenden Zeitraumes vereinbart wird.

Arbeiten am Fließband und in Akkord

Für Arbeitnehmer, die Akkord- und Fließbandarbeit leisten sieht der Lohnrahmentarifvertrag II für die Metallindustrie Nordwürttemberg-Nordbaden folgendes vor:

Jeder Arbeitnehmer erhält

  • pro Arbeitsstunde je eine Erholungszeit von 5 Minuten sowie
  • eine persönliche Bedürfniszeit von drei Minuten 

Diese Pausen gelten zusätzlich zu den Pausen des Arbeitszeitgesetzes und werden wie die Arbeitszeit vergütet.